Die Gohrenburg zu Wissersheim

Um gleich eines Vorweg zu schreiben, wie sie Aussah ist nirgends notiert. Es gibt kein Bild und keine Urkunde, aber das es sie gegeben hat, gilt als sicher.

Die Nievenheimer Straße hieß vor 1971 Burggasse und auch alte Flurbezeichnungen, wie Kirschgarten, Hinter der Burg und Burgacker zeugen von ihrer Existenz.

In Wissersheim war damals ein Rittergeschlecht heimisch, die Spuren derer von Goyr sind in Urkunden und auch in Messbüchern noch bis 1914 zu verfolgen.

1394 taucht der Name von Goyr zum ersten Mal unter „Schenkungen und Stiftungen von Allodialgütern“ auf. Hier stehen die Junker von Goyr. Im 16. Jahrhundert sind es dann später namentlich Heinrich von Goyr und Kunigunde von Kroch.

Auf der ältesten Kirchenglocke in der Wissersheimer St. Martinus Kirche aus dem 16. Jahrhundert deutet die Inschrift klar auf die von Goyr hin, dort heißt es:

Maria heihs ich
Zu der er Gots luden ich
Johan von Alfter und Heinrich von Goir gössen mich.

Bis zum Ersten Weltkrieg wurden jährlich vier Messen für die von Goyr gelesen. Verbunden war diese Messe mit einer Brotspende für die Armen. Die Gebühr zahlte Graf Wolff Metternich, Besitzer des Schlosses Gracht zu Liblar. Einer seiner Vorfahren erwarb 1715 einen Teil der Erbpacht. Der andere Teil wurde unter den weiteren Erben aufgeteilt.

Wo wird die Burg also gestanden haben. Es wird vermutet, dass die Burg zwischen der Gänsewiese des Hofes Laufenberg und der Grillhütte in der Nievenheimer Straße gestanden hat. Ausgrabungen an dieser Stelle würden wohl vermutlich nichts bringen. Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde hier für die Kirche eine temporäre Ziegelei errichtet, welche die Steine für die neue Kirche herstellen sollten.

Man wird damals evtl. Hinweise auf die Burg gefunden haben, diese sind jedoch nicht dokumentiert.

Morgen will ich euch dann über zwei vermutete Burgbewohner erzählen.

Bleibt gesund!
Herzliche Grüße
Carsten Vieth