Die gute Tat des Gottfried Zensen

Gottfried Zensen war im Sanitätsdienst beim Russlandfeldzug in der Ukraine eingesetzt. Dabei war er bei einer ukrainischen Familie einquartiert.

Eines Tages fragte ihn die Familie, ob er denn sagen könne, wo der Absendeort Nörvenich liege. Geschrieben hatte die Tochter der Familie von einem Bauern aus Nörvenich. Da Post von privater Seite nur nach Öffnung und Zensur verschickt wurde, versah Gottfried die Post der Familie mit seinen Daten als Feldpost, so konnte die Post nun unzensiert verkehren.

In Nörvenich tat die 19-jährige Wallija ihren Dienst bei einer Familie. Sie sprach deutsch und wurde schon bald Teil der Familie.

Bei einem Heimaturlaub brachte Gottfried ein Päckchen mit Kleidungsstücken der Familie für Wallija.

Wäre diese Angelegenheit aufgefallen, hätte man sich gut vorstellen können, was mit dem Obergefreiten Zensen geschehen wäre.

Eines Tages wurde Wallija ohne Begründung von der Aachener Staatspolizei abgeholt. Vermutlich war ihr die Freundschaft zu den Enkelinnen der Familie oder eine Liebschaft mit einem polnischen Zwangsarbeiter zum Verhängnis geworden.Der damalige Amtsbürgermeister Jakob Breidkopff bemühte sich um Freilassung, allerdings ohne Erfolg.Was mit ihr geschehen ist, ist unbekannt.

Gottfried Zensen überlebte den Krieg, gründete eine Familie und wurde Installateur.

Bleibt gesund!
Herzliche Grüße

Carsten Vieth