Maibrauch in Wissersheim

Wie heute die Mainacht begonnen worden wäre, wird in dieser Weise erst seit 20 Jahren begangen.

Vorher gab es lange keine Junggesellen-Vereinigung. Verschiedene Veranstalter unter anderem die Feuerwehr stellten einen Mai auf. Dieser wurde nicht auf dem Spielplatz aufgestellt, sondern auf dem Schillerplatz, oder auf dem kleinen „Dreieck“ der Einfahrt zum Fronhof.

Es gibt Bilder aus den Vorkriegsjahren und kurz nach dem Krieg, wo es Maiumzüge und Maikönigspaare in Wissersheim gab. Dazu sind aber noch nicht so viele Erkenntnisse gesammelt. Dieser Text soll eher die letzten 20 Jahre behandeln.

Im Jahr 2000 wurden die Junggesellen wieder organisiert. Der Ballsportverein initiierte dieses Treffen und half bei der Ausrichtung der Mainacht. Im Folgejahr kam es zum Streit, die Junggesellen wollten allein Ausrichter sein, daher wurden im Jahr 2001 gleich zwei Dorfmaie gestellt. Einer auf dem Spielplatz und einer auf dem Schillerplatz.

Da es auch unschöne Vorwürfe gab schritt der damalige Ortsvorsteher Ferdinand Schmitz ein und regelte die Angelegenheit, in dem sich die Junggesellen eine Satzung gaben und eine Picknick-Bank auf dem Spielplatz spendeten.

Diese Angelegenheit ist lang vergessen. Mai Jonge und Ballspielverein haben die Sache längst hinter sich gelassen und helfen sich nach dem rheinischen Motto: „Loss me us widder verdrage!“

Ein weiterer Punkt an dem neuen Maibrauchtum ist die lang gehegte Rivalität zu den Jungs aus Rath. Der Dorfmai wurde die letzten 20 Jahre in Ruhe gelassen, jedoch gab es immer mal wieder „Störfeuer“. Ein Maijunge aus Wissersheim, hat in einer Aktion einmal das Rather Baumloch mit Beton gefüllt und musste es, weil erkannt, wieder frei machen.

Inzwischen gibt es zwischen den beiden Orten eine gelebte Partnerschaft. Man fährt zusammen in den Wald um die Maien zu holen, und die Wissersheimer halten in der Mainacht beim Rather Fest um zwei, oder drei im Sinne des Maibrauchtums gemeinsam zu genießen.

Im Jahr 2014 wurde der Maibaum einmalig in seiner Geschichte angesägt und musste aus Gründen der Verkehrssicherung vom Bauhof gefällt werden. Im Jahr 2015 oder 2016 musste der Baum gefällt werden, weil jemand die Holzpfosten aus der Halterung gezogen hatte.

Aufgrund eines Vorfalls im Jahr 2017 in einem anderen Ort unserer Gemeinde, nahm sich die Gemeinde dem Maibrauchtum an und überprüfte die Rechtslage.

Es ist dem Verhandlungsgeschick unseres Bürgermeisters und der Entscheidung des Gemeinderats zu verdanken, dass das Maibrauchtum in heutiger Zeit mit neuer Halterung, u.a. statisch abgenommen, stattfinden kann.

Was in jedem Jahr ebenfalls dazugehört sind die belehrenden Sprüche von den ehemaligen Maijungen. „Der Baum ist viel zu klein, sowas haben wir damals mit zwei Mann gestellt“ ist zum Beispiel ein viel gehörter Ausspruch.

Habt ihr Geschichten zur Mainacht? Dann raus damit. Schreibt sie in die Kommentare.

Bleibt gesund!

Herzliche Grüße
Carsten Vieth