Umgang mit jüdischen Mitbürgern

In Wissersheim sind vor und nach dem Nationalsozialismus keine jüdischen Mitbürger als Einwohner verzeichnet. Dennoch macht die Indoktrinierung vor Wissersheim nicht halt.

An der alten Schule in der Frongasse hängt in der Zeit zwischen 1933 und 1945 ein 60 x 60cm großes Holzschild mit der Aufschrift: „Juden sind in diesem Orte unerwünscht“

Wer das Holzschild aufgehängt hat, ob es Widerstand dagegen gab ist nicht dokumentiert.

Auf dem Bild ist dies im Hintergrund klein am Haus im Hintergrund zu erkennen. Dieses Gebäude ist die alte Schule. Links daneben ist das alte Spritzenhaus, Vorläufer des „alten Spritzenhauses“ in der Vinger Straße. Hinter der alten Schule steht die neue Schule, die heutige Kita Kunterbunt.

Vorne im Bild wird der Bau von Reichsnährstandssilos am Fronhof dokumentiert.

Wer sich für das Schicksal der jüdischen Bevölkerung in der heutigen Gemeinde Nörvenich interessiert, dem sei das Buch „Moritz, Martha und die Anderen“ von Herbert Pelzer empfohlen.

Im Nörvenicher Burgpark steht ein Denkmal mit den Namen der 1933 in Nörvenich lebenden Juden. Unterschrieben ist es mit den Worten:

„verfolgt, entrechtet, interniert, deportiert, dem Grauen entkommen oder ermordet“

Bleibt gesund!
Herzliche Grüße

Carsten Vieth

Der Teufel geht um in Wissersheim

Am 23. Juni 1937 fand sich im Westdeutschen Beobachter, eine Zeitung der NSDAP, ein so überschriebener Artikel. Gemeint war kein anderer als Pfarrer Heinrich Ingenlath.

Was war geschehen? Am 13. Mai 1937 sah der Pfarrer schulpflichtige Mädchen im Turn-Anzuge auf dem Schulhof und der Frongasse. Herr Ingenlath führt in seinem Eintrag in die Chronik aus, dass es so etwas schon gegeben hatte, jedoch nur in Turnhallen oder auf geschlossenen Plätzen. Schaut man sich das Beispielfoto aus der Zeit an, so würde sich heute wohl kaum jemand noch deswegen aufregen. In der damaligen Zeit hatten dir Kirchen jedoch noch größeren Einfluss auf das Privatleben der Menschen.

Freilich sprach der Pfarrer die Angelegenheit in einer Predigt an. Als folge kam der oben genannte Zeitungsartikel sowie eine Vorladung zum Bürgermeister und zum Bischof. Am 03. September 1937 kam raus, dass die Ortsführerin des BDM (Bund deutscher Mädel) den Pfarrer bei der Gestapo (Geheime-Staats-Polizei) angezeigt hat. Folge war die Vernehmung am 30. Juli 1937 beim Amtsbürgermeister Jakob Breidkopff, der die Anzeige jedoch nach Verhör des Pfarrers und des Ortsbürgermeisters Wilhelm Zens niederschlug.

Dennoch war der Pfarrer nun gewarnt, mit der Freiheit des Wortes war es vorbei.

Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.

Martin Niemöller

Glockenläuten und Aufruf zum Gebet

Ab heute sind alle Gemeinden des Bistums Aachen dazu aufgerufen, im Angesicht der Corona-Pandemie täglich um 19:30 Uhr die Glocken zu läuten.

Mit dem Glockenläuten und auch mit dem traditionellen Angelusläuten möchte das Bistum alle einladen, füreinander und ganz besonders für die am Corona-Virus Erkrankten und Verstorbenen und ihre Angehörigen zu beten.

Derzeit sind öffentliche Messen untersagt, dennoch findet während der Corona-Pandemie sonn- und werktags in den Kirchen der GdG Nörvenich-Vettweiß heilige Messen gefeiert. Diese finden ohne versammelte Gemeinde statt. In diesen Messen wird für die Anliegen der Gemeinde gebetet.

Es ist eine ungewöhnliche Situation, in welcher wir aktuell leben. Zu keiner Zeit wurden Gottesdienste in Kirchen untersagt. Außergewöhnliche Situation erfordern jedoch außergewöhnliche Maßnahmen. Nehmen wir das ab Morgen stattfindende Geläut als Anlass, einen Moment inne zuhalten.

Bleibt gesund!
Herzlichen Gruß

Carsten Vieth

Adam der letzte Knecht von Wissersheim

Adam Meurer war das, was man so gerne als Original bezeichnet. Ein Original ist eine Person, die aufgrund besonderer Eigenheiten Bekanntheit erlangt und so in die Geschichte eingeht. So ist es bei Adam in Wissersheim, obwohl er eigentlich Gymnicher ist.

Sein Zuhause hatte er bei der Familie Botz in der Kanisstraße, wo er seiner Leidenschaft für Pferde nachgehen konnte. War er zu Gast beim CHIO in Aachen ging er ohne Hemmnis in die Stallungen. Er war dort kein Unbekannter. Jedermann kannte ihn. Im Dorf gibt es viele Geschichten zu Adam. Lange war mir sein Nachname gar nicht bekannt. Jeder nannte ihn Adam [Ähdem].

Er war auch bei den Jugendlichen beliebt. Jeden Tag drehte er auf seinem Rad unzählige Runden durchs Dorf und rief den etwas älteren Teenagern an der Bushaltestelle einmal folgendes zu: „Na ihr Wichsre, sit ihr üch widder ene am kloppe?“ dieser Ausspruch muss nicht unbedingt ins Hochdeutsche übersetzt werden.

Adam Meurer starb am 15. Juni 2015 im Alter von 80 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit. Jeder der ihn kannte, hat gewiss einige Anekdoten zu ihm auf Lager. Daher gilt es wie Brecht schon schrieb: „Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt“. So wird Adam noch lange leben.

Bleibt Gesund

Carsten Vieth

Meller Weg wird saniert

Ein Problem weniger. Die Straße entlang des neuen Baugebiets, wird wohl nicht mehr gesperrt werden. Damit entfällt wohl auch zukünftig die Gefahr, dass ein weiteres Mal eine Ausweichhaltestelle eingerichtet werden muss.

Im Ort wird es aber, leider noch nicht datiert, zu einer Sperrung kommen, die Umfahrungen von Wissersheim nötig macht, denn eines ist jetzt sicher – der Meller Weg wird saniert. Damit erfüllt sich einer der sehnlichsten Wünsche vieler Wissersheimer. Die Schotterpiste ist die schnellste Verbindung der Wissersheimer zur Autobahn bzw. nach Erftstadt.

(CV)

Grauenvolle Bluttat in Wissersheim

Ein unscheinbares Holzkreuz erinnert heute in der Straße Am Kallenberg an eine Tat, die im Jahr 1947 für Erschütterung sorgte.

Am 8. Oktober 1947 schlug ein 19-jähriger aus Gymnich am Ortsausgang Richtung Herrig mit einer Axt auf eine 20-jährige Wissersheimerin ein, welche wohl von ihm ein Kind erwartete. Der Kallenberg hieß damals Herriger Weg und ging gerade aus durch nach Herrig.

Das Motiv sollen wohl mögliche Unterhaltsverpflichtungen gewesen sein.

Gegen 21 Uhr wurde Pfarrer Ingenlath aus dem Bett geschellt und gab dem noch lebenden Opfer die letzte Ölung. Noch in der selben Nacht wurde der Täter verhaftet.

Pfarrer Ingenlath schreibt in seiner Chronik, als einem der Gründe: „Täter war als Führer einer H.J. (Hitler-Jugend) Formation sehr roh, besonders bei Bestrafung, ließ z.B. die Jungen bei Frost barfuß auf Zementboden stehen, daß sie festfroren.“

Die Tat findet sich auch in der Chronik der Volksschule, welche jedoch nicht so ausführlich ist.

Als Kind wurde mir von einem Mord erzählt, der dort stattgefunden hatte. Details konnte ich hiervon lange jedoch nicht in Erfahrung bringen.

Einer Unterhaltung mit einer älteren Dorfbewohnerin zu Folge, kam der Täter in den 60er Jahren wieder frei, gründete eine Familie und lebte unbehelligt.

Bleibt Gesund!
Carsten Vieth

Mainacht ist abgesagt

Es geht weiter mit den Absagen

Die Mainacht der Wessescheme Mai Jonge wird nicht stattfinden.

Sollte es die Lage zulassen wird ein Maibaum aufgestellt. Sollte es die Lage nicht zulassen werden die Wissersheimer Junggesellen in Verantwortung für sie Allgemeinheit ein Jahr keinen Maibaum stellen.

Bleibt Gesund!

(CV)

Aktivere Berichterstattung zur Geschichte unseres Ortes

In den nächsten Wochen versuche ich wieder regelmäßiger geschichtliche Beiträge über Wissersheim zu posten um Euch etwas die Zeit zu vertreiben, anfangen will ich heute mit einem Bild von einem Schild, das so vermutlich nicht viele gesehen haben.

Nach der kommunalen Neugliederung 1969 gehörte Wissersheim bis 1975 zur Erftstadt, diese gehörte bis 1975 zum Kreis Euskirchen. Mit der Bildung des Erftkreises aus dem ehemaligen Kreis Bergheim und Teilen des Kreises Köln und Euskirchen schieden die Erftstädter Orte Wissersheim, Pingsheim und Dorweiler aus und kamen zur Gemeinde Nörvenich, die bereits seit 1969 aus dem ehemaligen Amt Nörvenich gebildet wurde.

Seither besteht die Gemeinde in der heutigen Zusammensetzung, weshalb wir unsere 50jährige Zugehörigkeit zur Gemeinde eigentlich erst im Jahr 2025 feiern können. Sei’s drum im letzten Jahr haben wir unser goldenes Jubiläum im Nörvenicher Schloßpark sehr schön gefeiert.

Ich wünsche euch einen schönen Tag!
Bleibt Gesund!

Carsten Vieth

Absage des Dorfputz und des Dorftrödels

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

zunächst möchte ich mich bei Ihnen bedanken, dass Sie sich freiwillig zur Mithilfe am Dorfputz gemeldet haben.

Die aktuelle Situation um die Covid-19-Pandemie veranlasst mich jedoch, die geplante Veranstaltung „Dorfputz“ abzusagen. Sobald die Situation verbessert ist, werde ich erneut zu einer Aktion aufrufen.

In der Zwischenzeit müssen wir jedoch nicht untätig sein. Die Bundesregierung ruft zur Achtsamkeit auf und so haben wir die Möglichkeit unsere Umwelt in einer anderen Weise wahrzunehmen. Das kann auch darin bestehen, dass man nun vermehrt Spazieren geht. Ich rufe daher dazu auf, vielleicht mal einen Müllbeutel mitzunehmen und zu sammeln. Des Weiteren bietet sich für sportliche das so genannte Plogging an, das bedeutet Joggen und gleichzeitig Müll sammeln.

Zurzeit läuft ein Antrag auf Erteilung von Fördergeldern des Landes NRW. Hiermit sollen Insektenhotels errichtet und Sitzgelegenheiten ertüchtigt werden. Des Weiteren sollen Bete bepflanzt und verschönert werden. Ich habe die Hoffnung, dass wir diese Projekte im Herbst angehen können um unseren Ort nachhaltig zu verschönern.

Ich werde mich bei Ihnen melden, sobald das Projekt weitergeht. Bleiben Sie gesund!

Herzliche Grüße

Carsten Vieth

Ortsvorsteher des Ortsteils Wissersheim

1. Wissersheimer Dorfputz

WENNS SOMMER WIRD, IST‘S ZEIT SAUBER ZU MACHEN

Daher lade ich Euch ein, am 29. März unser Dorf rauszuputzen und fit für den kommenden Sommer zu machen.
 
Mitmachen kann Jeder. Jede Hand wird gebraucht.
Zur weiteren Planung des Dorfputzes bitte ich um Rückmeldung an:
E-Mail: CarstenVieth@gmx.net
Mobil: 0171 / 1685730
 
Ihr werdet in Trupps eingeteilt werden.
Je mehr teilnehmen, desto mehr können wir erreichen.